Dieses Mal waren wir nicht direkt live vor Ort (wie 2016 in Hannover), sondern fuhren nach Bretten, wohin der Leitungskongress in die dortigen ICF –Kirche übertragen wurde. Zu zehnt machten wir uns auf. Mit Spannung erwarteten wir die Redner, die Musik, wie ist das wohl so im Livestream…?

Auf jeden Fall viel bequemer als in der großen Westfalenhalle in Dortmund. Die ICF in Bretten hat ausrangierte Kinosessel als „Bestuhlung“ ihrer Räume und so war es auch über Stunden dort sehr gemütlich und viele Helfer (vom Parkplatzdienst über Begrüssung, Kaffeestand, Küche, Büchertisch...) ermöglichten uns dort eine tolle Zeit.

Bill Hybels (noch Seniorpastor der großen Willowcreek – Gemeinde in Chicago, USA) ist ein sehr charismatischer Mann Gottes, der seine Schwächen („Ich verliere beim Gebet oft den Faden, meine Gedanken huschen hin und her“) nicht verbirgt aber sich von ihnen auch nicht abbringen lässt. Als Leiter erwartet er von und mit Gott immer wieder Großes und ermutigt alle Leitenden dies auch zu tun. Wie wichtig dabei die persönliche Beziehung und Bindung zu Gott ist, kam in mehreren Vorträgen von unterschiedlichen Rednern immer wieder zur Sprache. Sind wir mit Gott, aber auch mit Freunden richtig „connected“?, fragte Henry Cloud (klinischer Psychologe). Wie sind wir eingebunden in die Ortsgemeinde mit anderen Menschen, fragte Freimut Haverkamp (Hillsong Freiburg). Oder, wo isolieren wir uns, und wo führt das hin? (Tobias Teichen, ICF München).

Wie wichtig eine gut kommunizierte Vision für Organisationen und Gemeinden ist, damit der einzelne sich damit identifizieren kann, und diese mitgehen kann, wurde von dem höchst unterhaltsamen Horst Schulze (Vorstandsvorsitzender der Capella-Hotel-Gruppe) dargelegt. Das Thema „Multikulturelle Kommunikation“ wurde von Prof. Erin Meyer leidenschaftlich präsentiert.

So wechselten sich immer wieder geistliche und allgemeine Leitungsthemen ab. Auch die Referenten waren bunt gemischt: ältere und jüngere, Männer und Frauen, unterschiedliche Denominationen deutschsprachige und internationale…

Ich persönlich finde es immer wieder beeindruckend, mit welcher Leidenschaft und Qualität bei „willow“ gearbeitet wird. So sind alle Redner bekannte Fachleute auf ihrem Gebiet und ich genieße dieses Potential und muss schauen, wie ich die einzelnen Dinge, die mich direkt ansprechen, festzuhalte, da einfach „viel Gutes“ dabei ist. Bei all dem schreckt mich das weder ab, noch frustriert es mich, dass bei uns in unserer FEG nicht so „high-performed“ wird. Mich motiviert es mehr, mich auszustrecken, nach mehr. Und in unseren Gottesdiensten - Gott zur Ehre – mein bestmöglichstes zu geben.

Auf der Homepage von Willowcreek2018 gibt es unter „Leitungskongress 2018 – Berichte/Fotos/Videos“ von jedem Vortrag eine kurze Zusammenfassung, so dass man insgesamt dort einen guten Einblick bekommen kann.

Mein Fazit. Es hat sich wieder sehr gelohnt. Da 2020 in Karlsruhe stattfinden wird, würde ich mich aber aktuell doch für die große Kongresshalle entscheiden, denn das ist dann doch nochmal etwas anderes, „richtig live“ dabei zu sein. Bei den Vorträgen fand ich das gar nicht so störend, aber die künstlerischen Elemente und vor allem die Musik kamen dann doch im live-stream bedingt „live“ rüber. Kommt mit. Alle die irgendwen anleiten, ob in Beruf, Gemeinde oder Familie können von den Tagen sehr profitieren!

Sara

 

Noch zwei Stimmen:

Sandra:

Also: der wichtigste Punkt, oder einer der wichtigsten bei dem LK war und ist für mich die Wertschätzung, die wir uns selbst und anderen zu teil kommen lassen sollten bzw. müssen, um in der Lage zu sein, Leitung zu leben. Und da ist es egal, ob wir eine Firma leiten oder „nur“ unsere Familie daheim. Wenn wir uns und die Menschen, mit denen wir zu tun haben nicht wertschätzen und lieben, können wir ihnen auch nicht wirklich etwas weitergeben.

 

Peter:

Zum Vortrag von Thomas Härry:

"Verliere dich selbst nicht aus dem Blick"

Eph. 3,16: Wir sollen durch Gott den Vater und seinen Geist stark werden.

Verantwortung für mich selbst (Ich gehe gut mit mir um)

Klärung (Was kann ich und was nicht)

Fürsorge (Nahrung von Gott, und das regelmäßig)

Steuerung (Was tue ich und was nicht?)

Was kommt bei mir zum Vorschein, wenn ich genau hinsehe?

Ein reifer Leiter ermutigt, ein unreifer Leiter ist ein Vermeider.